Es ist die Anziehungskraft der Natur, die uns schon immer gefesselt und bewegt hat. In einer Welt voller Veränderung ist sie die einzige Konstante – ruhig, ehrlich und schlicht schön. Sie lässt uns durchatmen und erdet uns. Im nächsten Moment zeigt sie uns die Grenzen auf und erinnert uns daran, dass wir nur ein kleiner Teil des großen Ganzen sind. Das Leben des Winzers ist ein spannendes. Es ist abwechslungsreich und herausfordernd. Es geht ums Beobachten und Verstehen. Ums Scheitern und Dazulernen. Als Winzer wächst man mit dem Erfahrungsschatz – unserer reicht glücklicherweise schon einige Generationen zurück und das macht vieles einfacher. Ausgelernt haben wir allerdings noch lange nicht. Und das ist gut so, denn es soll auch weiterhin spannend bleiben. Was sich aber im Laufe der letzten Jahrzehnte verfestigt hat, sind die zugrunde liegenden Überzeugungen mit denen wir heute mit voller Leidenschaft unserer täglichen Arbeit nachgehen:
Herkunft die man fühlt
Alles hat irgendwo seinen Ursprung, nichts entsteht im luftleeren Raum. All das was wir kennen, steht von Beginn an in Wechselwirkung mit seiner unmittelbaren Umgebung. So wie die Rebstöcke, die mit Ihren Wurzeln in immer tiefere Bodenschichten vordringen und sich dort notwendige Nährstoffe holen. So wie das einzigartige Klima des Kamptals, dass die physiologischen Abläufe unserer Reben dirigiert und steuert. Wie unsere Familie, wenn wir mit bedachten Handgriffen Einfluss nehmen auf die Entwicklung unserer Kulturen. Unser Wein erzählt eine Geschichte über den Boden, in dem er gewachsen ist. Über die warmen herbstlichen Tage und kühlen Nächte des Kamptals, die ihm Eleganz und Lebendigkeit verleihen. Es ist unsere Wertschätzung für diese Geschichte, die uns einen Schritt in den Hintergrund treten lässt. Wir wollen begleiten, nicht lenken – in Form von sorgsamer Handarbeit im Weingarten, schonender Verarbeitung und reduziertem Handeln in unserem Weinkeller. Das ist unsere Vorstellung von Herkunft: charakterstark, elegant und stets unverfälscht.
Respekt vor unserer Heimat
Wir lieben die Natur und unsere Heimat. Statt in Jahren oder gar Quartalen, denken wir in Generationen. Danach richtet sich unser tägliches Tun & Handeln. Unsere Familie arbeitet stets mit dem Bewusstsein, dass die nächste Generation bessere Bedingungen vorfinden soll als die Jetzige. Die Erde, in der unsere Rebstöcke wurzeln, sehen wir als unser größtes Kapital. Mit organischen Düngern wie Kompost liefern wir unseren Böden notwendige Nährstoffe. Alle 2 Jahre säen wir artenreiche Begrünungen, die mit ihren Wurzeln Bodenverdichtungen in unseren Fahrgassen lockern. Die kniehoch wachsenden Pflanzen beschatten unsere Böden und schützen sie somit vor dem Austrocknen. Sie bieten zahlreichen Tierarten Unterschlupf und ihre nektarreichen Blüten dienen Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Für uns sind vitale Böden und Weingärten fundamental für die Entstehung großer Weine. Daher kommt der Einsatz von Insektiziden und Herbiziden in unseren Anlagen nicht in Frage. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Großes und endet für uns nicht im Weingarten: wir produzieren grünen Strom mit unserer eigenen Photovoltaik-Anlage und heizen unser Haus mit Holz-Pellets (nachwachsende Rohstoffe). Glasflaschen werden wenn möglich, von uns zurück genommen, gereinigt und wieder verwendet.
Handarbeit
Wo nur möglich setzen wir in unserem Weingut auf sorgsame Handarbeit. Das ermöglicht uns auf jede Rebe und jede Traube individuell einzugehen. Nur so werden wir selbst unserem hohen Anspruch von Qualität gerecht. Vom Rebschnitt, zum Ausbrechen überschüssiger Triebe bis hin zur Handlese und Selektion am Rebstock im Herbst – es sind unzählige Handgriffe, die viel Wissen, Erfahrung und Feingefühl erfordern. Bei der Weinlese werden wir dann für unsere Mühen belohnt – schließlich gibt es für uns nichts Schöneres als im Herbst die Früchte unserer harten Arbeit in den Händen halten zu dürfen.